Corvus Corax heidelbergensis

Bibliotheken haben jede Menge Migrationshintergrund

Juni 24, 2008 · Kommentar schreiben

Woher kommen wir, wohin gehen wir?

Solche Fragen treiben jeden um, und in
der Bibliothek findet man alle Arten von Antworten darauf.

Auf diese Frage hätte ich jetzt eher Philosophisches erwartet!!
Ich glaube nicht, dass sich Ayshe diese hochphilosophische Frage nach dem menschlichen Sein stellt, wenn sie sich die neueste türkische Pop-CD ausleiht.

Da hätte ich doch lieber eine andere Formulierung gewählt.

By the way, warum stellen ÖBs fremdsprachige Literatur getrennt von der deutschsprachigen Literatur auf? Wäre das nicht mal ein Zeichen von Integration, alle Bücher – in ihren Bereichen – nur nach Autoren oder Systematik aufstellen; ohne Rücksicht auf die Sprache. Der Nutzer, der über den Katalog kommt, hat ja im Katalog schon die Sprache gesehen; der Nutzer am Regal entdeckt mal was Neues (Oops, was ist denn das für eine Sprache? Verstehe ich da trotzdem was, kann man die Sprache lernen, wo stehen denn die Sprachkurse…..) Und wer sein muttersprachliches Buch inmitten der z.B. deutschsprachigen Bücher am Regal findet, schaut auch mal links und rechts und bekommt so vielleicht Lust, die neue Sprache auszuprobieren. Vielleicht steht idealerweise neben dem originalsprachlichen Buch die Übersetzung?

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Damit unsere Kinder lesen

Juni 24, 2008 · 1 Kommentar

Damit unsere Kinder lesen

Denn Lesen ist nicht nur das, was man in der Grundschule macht:
buchstabieren, Worte entziffern, Sätze erkennen. Richtig lesen heißt:
Verstehen. Begreifen. Kreativ weiterdenken. Bücher lieben. Viele Kinder
lernen das zu Hause nicht mehr, weil da keiner ist, der mit ihnen Bilderbücher
blättert oder ihnen vorliest – Vor-lesen auch im Sinne von: Vorbild sein. Viele
Kinder sehen zu Hause niemanden mehr beim Lesen, niemanden, den man
jetzt nicht stören soll, weil er liest, niemanden, der später begeistert erzählt,
was er wieder für abenteuerliche Dinge aus einem Buch oder einer Zeitung
erfahren hat. In der Bücherei aber sehen sie genau solche Menschen.

Wie? Der Leser als etwas Exotisches? Genau so kommt es für mich rüber. Was nützt es dem Kind, in der Bibliothek einen Leser zu sehen? Vorbild wird er dadurch noch lange nicht, wenn das Wissen darum, dass Lesen Vergnügen bereiten kann, spannend sein kann und man damit durchaus mal einen Nachmittag ohne Fernsehen und Co. verbringen kann, schlicht und ergreifend fehlt, weil eben das Vorbild von zu Hause fehlt. Kinder aus diesen Haushalten kommen doch meistens erst in der Schule mit dem Lesen in Berührung; nicht so wie das „ideale“ Vorschulkind, das schon wissbegierig vor der Schulzeit beginnt, die ersten Buchstaben zu entziffern oder gar schon versucht seinen Namen zu schreiben. Und in der Schule wird einem nicht unbedingt der Spass am Lesen vermittel. Durch Lesespiele oder ähnliches. Da ist Lesen gleichzusetzen mit Anstrenung, teilweise auch Frusterlebnissen, weil man es nicht so schnell und gut kann wie die anderen.  Also muss die Bindung an die Bibliothek schon im Vorlesealter geschehen, wenn das Lesen noch nicht im Mittelpunkt steht, sondern das Spielen, das Erzählt bekommen, das Anschauen können, ohne dass man unter dem Druck des Lesenkönnens steht.

Und wer hat schon in der Bibliothek einen begeisterten Leser einem anderen ausführlich von seinem letzten Leseerlebnis laut erzählen hören? Gelten Bibliotheken denn nicht schlechthin als Orte der Stille? Noch sind die Benutzer in Bibliotheken genötigt, die Räumlichkeiten zu verlassen, wollen sie miteinander in normaler Lautstärke kommunizieren. Auch in öffentlichen Bibliotheken!

Da hätte ich mir in dem Absatz lieber Aussagen gewünscht über die Angebote wie „Vorlesenachmittage“, oder Angebote, die in Zusammenarbeit mit Kindergärten und Vorschulen schon gemacht werden; ach so, wie sieht es eigentlich mit Krabbelgruppen in der Bibliothek aus? (So einmal im Monat trifft sich die Gruppe in der Kinderbibliothek. Die Bibliothekarin stellt die neuesten Bilderbücher vor, es gibt Literaturtips über Kindererziehung etc. Aber das nur am Rande) so nach dem Motto: Die Bibliothek begleitet die Kinder vom Krabbelalter an. Dann wäre eine Bindung an die Bibliothek gegeben, unabhängig davon, ob und wieviel im Elternhuus gelesen wird.

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