Nachlese Bibliothekartag 2008

Am 17. Juni 2008 fand von 9:00 Uhr – 11:00 Uhr im Vortragsraum der Universitätsbibliothek der Workshop „Nachlese Bibliothekartag 2008“ statt.

Die Veranstaltung fand als offener Gesprächskreis statt; ohne Vorgabe der Reihenfolge, ohne Präsentation am Computer o.ä.
Daraus entwickelte sich eine höchst spannende und lebhafte Veranstaltung!

Zu Anfang stellte Frau …. die neueste Publikation der Staatsbibliothek Dresden vor: BIS – Bibliotheken in Sachsen; das Magazin der Bibliotheken in Sachsen.

Desweiteren machte die neue Imagebroschüre der Universitätsbibliothek Mannheim die Runde; in dieser Broschüre wird die neu umgebaute Bibliothek im Schloss dargestellt.

Leider habe ich keinen Download gefunden, nur einen Link zu den Baumassnahmen, der aber auch teilweise die Bilder beinhaltet, die in der Broschüre abgebildet sind.

Bibliotheksgesetz
Als Anknüpfung an die sächsische Publikation aus Dresden wurde kurz über die Vorträge Bibliotheken und Politik berichtet, unter anderem über die Bestrebungen der Länder, Bibliotheksgesetze zu erlassen. Es sind in einigen Bundesländern ja Entwürfe im Umlauf; die großen Verbände haben eine Art Mustergesetz erlassen; das sie 21 gute Gründe für gute Bibliotheken genannt haben“ Es gibt vom Verband auch ein Blog über dieses Strategiepapier, an dem man sich beteiligen kann.

Zukunft
Die Themenreihe, die mit den größten Eindruck hinterlassen hat, war „Shakers and MoversWer bewegt das WissenWo stehen wir in 10 Jahren?, die sich über 3 Vormittage erstreckte.
Die vorherrschende Meinung, national wie international geht dahin, dass die Bibliotheken in 10 oder 20 Jahren als nichtkommerzielle Kommunikationsumgebung fungieren werden; ausgestattet mit den Möglichkeiten der Alltagsmedien. Der Trend geht weg vom Buch, manche sprechen sogar davon, dass es gar kein Buch mehr geben würde, hin zu den digitalen Medien. Der Platz des Bibliothekars sei dann unter anderem in der Vermittlung der digitalen Medien Kompetenz zu finden; da der Nutzer von morgen zwar in der Lage ist, Informationen zu bekommen via Suchmaschinen etc., er aber Hilfe bei der Auswertung der Information benötigen wird.
Erstaunlicherweise hat eine Studie aus einem Vortrag über E-Books die Erkenntnis gebracht, dass die heutige Form der E-Books noch nicht so angenommen wird wie erhofft; was an der Art des Mediums (nur digitalisiertes Buch ohne Interaktivität) liegen mag.

Informationskompetenz
Aus dieser Diskussion heraus kristallisierte sich – gestützt auf die Vorträge des Themenschwerpunktes „Best Practice bei der Vermittlung von Informationskompetenz für Studierende: Modelle und ihre Bewertung“ der Standpunkt heraus, dass die Vermittlung von Informationskompetenz voraussichtlichdas Kerngeschäft der Bibliothekare in Zukunft werden wird, aber auch hier schon mit Konkurrenz durch andere Anbieter zu rechnen ist.

Digitalisierung
Ein Gegengewicht zum digitalen Schwerpunkt bildete die Themenreihe „Wissen bewahren – Bestandserhaltung heute„, das besonders für Bibliotheken mit historischen Beständen interessant sein dürfte, bergen doch die Bücher an sich in ihrem „Dasein“ zusätzliche Informationen; man denke nur an die manchmal verborgenen „Schätze in den Einbänden“, die verschiedenen Einbände derselben Ausgabe etc.

Neubauten
Allerdings bedingt die Wandlung der Bibliothek zum Kommunikationsort auch eine Berücksichtigung bei Bibliotheksneubauten, wie in den Vorträgen Aktuelle Bibliotheksneu- und -umbauten zu hören war.

RFID
In diesem Zuge entspann sich gegen Ende der Veranstaltung noch eine hochinteressante Diskussion aus dem Praxisbericht über die Einführung von RFID in dezentralen Bibliotheken, hier explizit in der Juristischen Fakultätsbibliothek; wo über die Vor- und Nachteile, aber auch die konkreten Schritte bis hin zu Einführung, Planung und Finanzierung berichtet wurde. Die Vorträge zu diesem Thema finden Sie hier.

Buchscanner
In diesem Zuge wurde auch über den Stand der Anschaffung der Buchscanner in den verschiedenen dezentralen Bibliotheken berichtet; auf dem Bibliothekartag in Mannheim waren ja einige Anbieter zugegen und in der Hasso-Plattner-Bibliothek in Mannheim ist ein solches Gerät schon im Einsatz. (Bild).

Erschliessung
Dass sich aber nicht nur alles auf das Wohl des Nutzers ausrichtet, sondern auch das Arbeiten an sich in der Zukunft verändern wird, wurde durch die Vorträge, die u.a. sich mit der automatischen Vergabe von Schlagworten bzw. RVK-Systematikstellen beschäftigten, bewusst gemacht.

Als Fazit konnte am Ende dieser äusserst interessanten Veranstaltung gezogen werden, dass die Zukunft viel Neues und Interessantes mit sich bringen wird und sich der Besuch des Bibliothekartages gelohnt hat.

Alle Vorträge des Bibliothekartags 2008 (so sie von den Referenten zur Verfügung gestellt wurden) können hier abgerufen werden.

Als Gimmik hier die Wortwolke aus diesem Protokoll:

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