Wir katalogisieren alles….

vom Sonderdruck bis Hundeohr!
So oder so ähnlich hat es einer meiner Professoren an der Hochschule in Stuttgart einmal ausgedrückt.
Und warum eigentlich nicht? Worin liegt denn schon so gross der Unterschied im Katalogisieren eines Buches zum Katalogisieren von medizinischen Präparaten, Gesteinsproben oder gepressten Pflanzen?
Lediglich die Nomenklatur und die Systematiken sind dem jeweiligen Fachgebiet angepasst, aber das Verfahren ist immer identisch: genaue Betitelung, Herkunft, Alter, Umfang/Grösse, vielleicht sogar mit Bild etc.

Warum sollte es also nicht möglich sein, auf einem Campus mit naturwissenschaftlicher Ausrichtung ein großes – meinetwegen Museum – genanntes Gebäude zentral zu bauen, worin der Student die für sein Fachgebiet relevante Literatur, aber eben auch Präparate, Proben etc. findet? Vorausgesetzt der Bauplatz und die nötigen finanziellen Mittel sind vorhanden, wäre das doch die Lösung gegenüber der einzelnen Institutssammlungen und -bibliotheken.
So nach dem Vorbild eines  – jetzt etwas hoch gegriffen – British Museum.
Nur Tagträume? Laut gut unterrichteten Kreisen soll bald ein gemeinsames „Museum“ von verschiedenen naturwissenschaftlichen Instituten der Universität entstehen, finanziert von einem Sponsor.
Doch warum kleckern, wenn man klotzen könnte? Den entscheidenden Schritt weiter, oder anders ausgedrückt den Blick über den Tellerrand hat man leider mal wieder nicht gewagt. Was wäre das gewesen, wenn vermeldet worden wäre:
Universität Heidelberg baut ein zweites British Museum! Literatur und Wissenschaft vereint unter einem Dach! Neue Lernlandschaft für Studierende und Forscher!

Aber leider doch nur Tagträume!

Es existieren immer noch Sammlungen, die im Verborgenen so dahinvegetieren oder so nebenbei von einem Hiwi mitgeschleppt werden, aber eigentlich in keiner Weise mehr benutzbar sind. Einmal ans Licht gebracht und aufbereitet offenbaren sie aber vielleicht doch Überraschungen und lang verborgene Schätze.
Und vielleicht liessen sich dann auch so Pannen vermeiden wie weiland in einem anatomischen Institut, das uns jahrelang ein Skelett gezeigt hat von einem Räuberhauptmann, der gar keiner war. Nur weil das Inventarbuch seit 100 Jahren nicht mehr richtig geführt worden war.

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