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Der Weihnachtsrabe Teil 3

Teil 3 von:

 

Teil 1          Teil 2

Huuiii, plötzlich pfiff der Wind von hinten heran unter das Gefieder des kleinen Weihnachtsraben und zerzauste ihn gründlich. Die Wucht ließ ihn schwanken und so taumelte er durch die schneeschweren Winterwolken, wurde mal nach Norden, dann wieder nach Süden gezerrt und gab es schließlich erschöpft auf, in eine bestimmte Richtung fliegen zu wollen.
Er ritt auf dem Wind wie auf bockigen Ponys, warf ihn eine Böe ab, so ließ er sich einfach fallen und landete auf einer anderen, die ihn wieder weiter durch den schneeflockigen Winterhimmel trug. Immer mal wieder versuchte er einen Blick auf die Erde zu erhaschen um sich zu orientieren, aber die meiste Zeit war nichts als Weiß, Grau oder gar nichts zu sehen.

Ewig schien der wilde Ritt anzudauern, doch plötzlich ließ der Wind schlagartig nach und unser kleiner Weihnachtsrabe segelte tiefer und tiefer. „Gar nicht so schlecht“dachte er, „hier unten ist es auf jeden Fall wärmer“ und ließ sich inmitten einer flauschigen Kugelwolke mittreiben, ja geradezu einhüllen und einlullen.
„Autsch, was war denn das? Seit wann gibt es in kugeligen Flauschwolken Betonhindernisse?“. Verwundert schüttelte sich der kleine Weihnachtsrabe und fiel kopfüber in eine dunkle, schwarze, immer wärmer werdende Röhre. Verzweifelt kämpfte er gegen den Sog der Finsternis, aber vergebens, immer schneller ging es ins tiefe Dunkle hinein.
Wuuuuusch! Plötzlich rauschte es links und rechts von ihm. Wuuuuusch! Wuuuuusch! Es überholte ihn von hinten und verschwand vor ihm in der Ferne. Immer weiter zog und zerrte ihn der Sog vorwärts, es blieb ihm nur die Möglichkeit die Federn anzulegen und zu versuchen mit keinem dieser Wuuuuusch!s zu kollidieren.
Plopp! Urplötzlich war der Sog weg und unser Rabe war in ein Loch geplumpst.

„Pardauz, wo war er denn jetzt gelandet?“ Nachtschwärze umhüllte ihn immer noch  und obwohl er alleine in einer Art Käfig saß, war die Präsenz eines anderen Lebewesens fast körperlich spürbar!

„Aaaahhhhh, ein lebendes Federtier!!“ „Was hat die Rohrpost denn jetzt wieder angestellt?“ „Ich wollte doch ein Skeletttier und kein Federtier. Himmelherrgottnochmal, wenn man diese Menschen einmal was alleine machen lässt!!!!“ Grummelnd steckte Paulchen seine gebleichten Knochenfinger durch die Tür in der Eingangsbox der alten Rohrpost und fühlte.  „Federn…., noch mehr Federn, Ohrrr, alles nur Federn…. Halt, da war doch noch was…“ Er tastete weiter „Ey, lass meine Zehen in Ruhe“ krächzte der Weihnachtsrabe und hackte nach Paulchens knochigen Fingern. „Was erlaubst Du dir, Du Kopfkissenfüllung?“ knurrte dieser wütend zurück. „Ich rupf‘ Dir gleich was aus, Du….“

„Paulchen, was ist da vorne schon wieder los? “ rief es aus der Dunkelheit. „Kannst Du nicht einmal die Post holen ohne Krawall zu machen?“

Ein kleines Licht kam schwankend näher. „Da ist ein Irrtum in der Post“ grummelte Paulchen und zog sich beleidigt zurück. „Immer bin ich schuld!“

„Sakrament ist das duster hier“, schlurfenden Schrittes näherte sich eine hagere Gestalt, die eine schwachleuchtende Taschenlampe in der Hand hielt. „Alles altersschwach hier, schon wieder die Sicherungen alle rausgeflogen“
Er leuchtete in den Käfig „Mmhh, mmhh, na endlich! Zwar nicht ganz genau das, was ich erwartet habe, aber immerhin.“ Mit diesen Worten griff er sich den kleinen Weihnachtsraben und holte ihn aus seinem Gefängnis.
„Wo ist denn nur???“ Suchend schaute sich die hagere Gestalt um und, als sie wohl nicht das fand, was sie suchte, setze sie den kleinen Weihnachtsraben auf ein stubiges Katheder. „Nicht wegfliegen, muss nur mal für Licht sorgen“ grummelte der alte Anatom, denn niemand anders war diese hagere Gestalt.
Vorsichtig schüttelte der kleine Rabe seine Federn, plusterte sich kurz auf, wohl auch um sich größer zu fühlen und hopste auf dem Katheder hin und her. „Wie sollte er denn bei dieser Dunkelheit fliegen, also diese Menschen haben Vorstellungen“ Krächzend legte er den Kopf zu Seite und lugte vorsichtig umher, denn irgendwie fühlte er sich beobachtet.
Plötzlich flackerten gelblich an der Decke einige Glühbirnen auf und tauchten den Raum in ein heimelig warmes Licht.

Und richtig, da hinter einer der vielen Vitrinen, die hier anscheinend kreuz und quer im Wegen standen, lugte Paulchen hervor. Jetzt, wo sich die Dunkelheit gelichtet hatte erkannte unser kleiner Weihnachtsrabe, was sich da so über sein Federkleid aufgeregt hat: ein Skelett!!! Klapperdürr und schon ein bisschen in die Jahre gekommen, wenn man das Alter an der Anzahl der noch verbliebenen Zähne festmachen wollte, aber sonst durchaus lebendig. „Na dann ist ja klar, wieso Du mir an die Knöchelchen wolltest!“ Aufmunternd hüpfte der kleine Rabe in Richtung der Vitrine. „Aber ich sage Dir eins: Rupfen lasse ich mich nicht! Ich bin ein Weihnachtsrabe und keine Weihnachtsgans; das solltest Du inzwischen bemerkt haben!

„Hagen, Hagen, das Federtier spricht!!“ Wild fuchtelnd klapperte Paulchen in die Richtung, aus der gerade der alte Anatom angeschlurft kam. „Was erzählst Du denn da wieder für einen Unsinn, hast Du heute morgen Deine Nase wieder zu tief ins Chloroformgas gesteckt? Du weisst genau, dass das Deinen Knochen nicht gut tut!“ „Aber er spricht wirklich“ „Ach quatsch, nur mein alter guter Hfran konnte sprechen“
Trotzdem näherte sich Hagen dem kleinen Raben, der nun ganz still an einer Ecke des Katheders saß. Die Gedanken kreisten nur so in seinem Kopf. „Ein sprechendes Skelett und ein Mensch, der den legendären alten weißen Hfran gekannt hatte?“

Hagen musterte den schwarzen Federball auf seinem Katheder und flüsterte „Sag mal, kannst du wirklich sprechen?“ „Na klar kann ich das und wo bin ich hier eigentlich und was macht dieses Knochengestell da. Der soll bloß seine Finger von meinen Federn lassen und und und…“ „Halt halt halt!.“ lachte Hagen „nicht so schnell und nicht alles gleichzeitig!“
„Also ich bin Hagen, der Anatom hier und das ist unser Hausskelett Paulchen und keine Sorge, der will dich nicht rupfen und verspeisen!“ „Verschwörerisch blickte er sich um und flüsterte dann, ganz tief zum kleinen Weihnachtsraben gebeugt „der hat sich nur zu Weihnachten einen Spielgefährten gewünscht und wenn sich ein Skelett jemanden wünscht, dann sollte derjenige natürlich nicht mehr allzuviel auf den Rippen haben!““Komm hervor, Paulchen, ich glaube unser gefiederter Freund hier hat jetzt keine Angst mehr vor dir!“ Schmunzelnd strich Hagen dem kleinen Weihnachtsraben über die Rückenfedern und winkte Paulchen zu sich. „Du darfst ihm aber nicht wieder mit Federnrupfen drohen; hörst Du?“
„Jaja, ist schon gut“ maulte Paulchen und beäugte den Raben argwöhnisch. „Aber was sollen wir denn hier mit einem Vogel?“ Er stocherte in Richtung Katheder, der will doch wohl nicht unsere Knochenkisten plündern, oder?“ Herausfordernd blickte er um sich.

Knochenkisten, Federnrupfen, so langsam wurde es dem kleinen Raben Angst und Bange. Wo war er da wohl hingeraten? „nein, nein, ich ich ich habe mich verflogen, also ich wurde hierhergezogen, durch so ein großes schwarze Röhre, ich will wirklich keine Umstände machen oder hierbleiben. Ich bin wirklich nur aus Versehen hier gelandet.“ Paulchen ließ seinen Knochenfinger sinken und schien in sich zusammenzuschrumpfen. Unmerklich nur, aber es hatte den Anschein, als ob ihn irgendetwas enttäuscht hatte. Hagen bemerkte dies nicht, schaute er doch verzückt auf den kleinen Raben und murmelte „Wie mein Hfran, genau wie mein Hfran seinerzeit“ Aber unser Weihnachtsrabe wäre kein Weihnachtsrabe, wenn er Paulchens Reaktion nicht bemerkt hätte. „Aber vielleicht kann ich ja ein paar Stunden hier bleiben bis zum Abend und Euch etwas Gesellschaft leisten“

Mit diesen Worten hüpfte er an den Rand des Katheders und flatterte vor dort auf die nächstgelegene Vitrine. Neugierig bog er seinen Kopf herab und versuchte zu entziffern, was auf dem Schild unter ihm an der Scheibe angebracht war. „Schinderhannes“ entzifferte er krächzend und „Höööölzhölz“ uuups, kopfüber plumbste der kleine Rabe von der Vitrine auf den Boden „Hölzerlips“ las Paulchen ihm vor und streckte seine Hand aus, was der kleine Rabe als Aufforderung verstand dort Platz zu nehmen. „Das war mein Urururgroßvater“ erklärte er stolz und legte seine Stirn an die Scheibe, manchmal wünsche ich mir, auch mal so berühmt zu werden wie er.“ „Weißt Du, dass er als Begleiter immer einen Raben mit dabei hatte, der hoch oben in den Bäumen saß, wenn sie irgendwo ihr Lager aufgeschlagen hatten. Und immer, wenn Gefahr drohte, hat er sie gewarnt.“ „Ja“ seufzend wandte sich Paulchen ab „so einen Freund hätte ich auch gerne mal“.
„Aber du hast doch Hagen, der Dich wohl sehr mag, glaube ich“ antwortete der kleine Rabe, dem die Traurigkeit an Paulchen zu Herzen ging. „Aber das ist nicht dasselbe“ flüsterte Paulchen „Hagen hat nicht nur mich zum Freund, sondern noch andere Menschen und Knochen und an manchen Tagen stehe ich nur stumm in meiner Ecke und muss mich von Kindern befingern lassen, die hier alles antatschen und rumschreien und mit mir tanzen wollen und so.“

„Paulchen, wo treibst Du Dich schon wieder rum? Du weißt doch, dass bis heute Abend noch einiges zu tun ist! Wir müssen noch die Schädel polieren und die Rippen von Lucy sind auch schon wieder durcheinander geraten!“
Aus den Tiefen des Anatomicums erklang Hagens ungeduldige Stimme. „Siehst Du, jetzt bräuchte ich einen Freund, der mir nicht das Gefühl gibt, hier immer nur allein die brave helfende Knochenhand zu sein“ wandte sich Paulchen seufzend zum kleinen Weihnachtsraben und schlurfte Richtung Hagen.

Nachdenklich schaute ihm der kleine Weihnachstrabe hinterher, als er plötzlich einen Sog an sich ziehen spürte, der ihn gnadenlos mit sich zog. „Was war denn jetzt schon wieder lo“s, dachte er unwillig, hatte er sich doch vorgenommen, noch eine Weile bei Paulchen zu bleiben und ihm Gesellschaft zu leisten.

Aber es zog ihn gnadenlos Richtung Rohrpoststation und ehe er es sich versah, war er in einer Kapsel gefangen und Wuuusch!  in den Tiefen des Rohrpostsystems verschwunden.
Plopp, plopp, landete er in einer Verteilstation und blickte um sich! Unzählige Kapseln sausten um ihn herum, stoppten an den verschiedenen Kreuzungen und schlugen die verschiedenen Richtungen.
Plopp, plötzlich landete eine Kapsel neben ihm, drehte sich dreimal um ihre eigene Achse und… blieb stecken. „Na sowas“ dachte der kleine Rabe verwundert, als er einen genaueren Blick in die Kapsel warf während er versuchte, sie in die richtige Position zu ruckeln. „Das sieht doch nach einer Lieferung für Paulchen aus!“ Noch einmal an der Lasche gezogen und Wuuusch, die Kapsel machte sich auf den Weg ins Anatomicum. „Flieg, kleiner Knochenrabe und grüß mir meinen Freund“ flüsterte der kleine Weihnachtsrabe noch hinterher, als auch seine Kapsel sich wieder in Bewegung setzte und er im Dunkel der Rohrpostanlage verschwand.

Plopp machte es in der Rohrpoststation des Anatomicums und Paulchen schlurfte langsam zur Tür. Gerade hatte Hagen die Arbeiten für beendet erklärt und angefangen, die Lichter zu löschen. „Was denn jetzt noch“, dachte er unwillig, als er die Kapsel aus dem Eingangskörbchen fingerte und plötzlich zog sich ein Grinsen über sein knochiges Gesicht und er machte einen Freudenhüpfer. „Danke, kleiner Weihnachtsrabe“ flüsterte er gerührt, als er die Kapsel öffnete und ein kleiner, knochiger Skelettrabe auf seine Hand hüpfte.
„Krahkrah“ schüttelte der seine knochigen Flügel und wetzte seinen Schnabel an Paulchens Kiefer. „Ja, Dir auch ein weihnachtliches Krakrah“ antwortete Paulchen, setzte sich den Knochenraben auf seine Schulter und verschwand beschwingt im Anatomicum.

 

 

 

 

 

 

Besuch vom Weihnachtstwichtel

Uiuiui, da war der kleine Rabe mal für ein paar Tage aus seinem Nest gen Süden geflattert, um für das bevorstehende Weihnachtsfest noch einmal die Federn gründlich im schwäbischen Meer zu baden und dann kohlrabenschwarzfeiertagsglänzend zurückzukehren.
Als er frisch und voller Tatendrang über die Schwelle flog sah er schon, dass er Besuch gehabt haben musste. Sein Schreibtisch, an dem er seine Tage im sorgsam zurechtgezupften Aktennest zu verbringen pflegte, bog sich unter der Last eines großen Pakets fast bis auf den Boden durch.

Aufgeregt flatterte der kleine Rabe umher; wie konnte es sein, dass er soooo ein großes Paket bekommen hatte? Er hatte doch gar nichts bestellt; keine Bücher, weil er immer noch etwas flügellahm war, die Geschenke für die Rabenfamilie lagen schon längst gut versteckt in den Ecken seines Schlafnestes….
Ratlos setzte er sich auf eine Ecke des höchsten Bücherstapels, der gerade neben seinem Nest aufragte und zupfte an seinen kohlrabenschwarzfeiertags-glänzenden Federn herum. Plötzlich kam ihm ein Gedanke, flatterte ihm sozusagen im Geist herum und verschwand wieder. Merkwürdigerweise hatte der Gedanke die Gestalt eines kleinen blauen adipösen Vogels….

Und plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen: Da war er doch, vor langer langer Zeit, einmal in einer Voliere mit lauter blauen adipösen Vögelchen gewesen, die gezwitschert hatten, als ginge es um ihr Leben. Und da der kleine Rabe sehr kommunikativ war, hatte er eine Weile ganz intensiv mitgezwitschert.
So langsam dämmerte es ihm, er hatte damals einem süssen kleinen Zwitscherer, der sich aber merkwürdigerweise für eine @Giraffi hielt, seine Nestadresse ins Ohr gezwitschert. So wegen Weihnachten und so.

Sollte das in Wirklichkeit ein Weihnachtstwichtel gewesen sein?
Tatsächlich, das Paket duftete verdächtig nach weihnachtlichen Leckereien und so konnte der kleine Rabe nicht lange widerstehen und zupfte mal hier an einer Ecke, mal da am Paketband und schwups, plötzlich war eine Seite offen!
Na nu isses ja auch schon egal, dachte der kleine gierige Rabe und öffnete das Paket vollends. Und staunte mit offenem Schnabel, was ihm da alles so entgegenpurzelte.
Päckchen über Päckchen, ein jedes fein und liebevoll verpackt!
Plötzlich zuckte er zurück, blickten ihm doch vier Nachteulen entgegen; und als Rabe hat man einen gehörigen Respekt vor Eulen; sitzen sie doch meistens in den dunklen Regalen mit den schweren Wälzern über Philosophieoder den Sinn des Lebens und blicken stumm und wissend.

Aber nein, bei genauerem Hinsehen bemerkte er, dass diese vier hier bunt und liebevoll „Frohe Weihnachten“ wünschten und eine reizende Botschaft, was es mit all den Päckchen auf sich hatte, in ihren Schnäbeln trugen.
Da hatte der Weihnachtstwichtel aber gaaaanz tief in die verborgenen Abteilungen der kleinen Rabenwelt geblickt und nachgedacht, womit er eine Freude bereiten könnte.
Nicht nur einen originalen struwweligen Musikus, nein, auch orientalische Köstlichkeiten und als Gegenpart heimatliches Kunst- und Backhandwerk fanden sich in den Päckchen. Und Teesorten, von denen der kleine Rabe noch nie gehört hatte.

So konnte der Winter kommen, mit Lesestoff, Backwerk, einem kleinen Schneemann als Kameraden und einem heißen Tee, wenn der Wind mal wieder um das Bibliotheksnest brauste und ein kleiner Rabe sich besser nicht hinaus wagte.

Erschöpft vom vielen Auspacken, Freuen und Staunen über seinen lieben unbekannten Weihnachtswichtel hüpfte der kleine Rabe in sein Nest, steckte den Schnabel unter seine Flügel und träumte vom kleinen blauen Vogel Giraffi!

 

 

 

Galten und gelten wir Bibliothekare nicht auch als Verwalter und Hüter

unserer Muttersprache?

Oder hänge ich da einem völlig veralteten Bild nach?
Und ich meine hiermit nicht, dass wir auf sämtliche Anlgizismen verzichten müssen. Was heutzutage üblich ist, weil es nun einmal aus dem englischsprachigen Raum kommt… in Gottes Namen, aber müssen wir jetzt unbedingt alles verdenglischen???

Wir hatten letztens einen Workshop, also einen Kurs und der Kursleiter – erstaunlicherweise würde keiner auf den Gedanken kommen, ihn Workshopleiter zu nennen – benutzte mehrmals den Ausdruck „Wording“. Also er hätte den Satz jetzt so geworded: …. mehrmals das Wording „Wording“.
Hallo, dafür gibt es doch bitte den genauso kurzen „Ausdruck“, oder die „Formulierung“.

Aber wahrscheinlich bin ich jetzt wohl doch bald in dem Dienstalter angekommen, in dem ich mir langsam die Brille aufsetzen und einen Dutt legen sollte. Vielleicht müssen wir uns ja durch diese Ausdrucksweise beweisen, wie modern und auf der Höhe der Zeit wir sind.
Trotzdem finde ich es schade, wenn auch wir ganz so bedenkenlos unsere eigene Sprache „vergessen“

„Krah Krah krächzt der Rabe leicht verwirrt,
ist er doch bald nur noch ein Bird!“

Freitags-Füller

1. Gestern am Nikolaustag hatten wir einen schönen Abend im Kreise der Familie.

2. Meinen endjährlichen Schnupfen hatte ich schon letzten Monat. Jetzt gibt es nur noch Erkältungen.

3. Hast du schon mal an Organspende gedacht?

4. Hoffentlich schneit es bald.

5. Ich kenne jemanden, der sich auf ein Päckchen freuen kann.

6. Ich finde die Zukunft und das Fantasieren darüber sehr spannend.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf Schnee , morgen habe ich einen Stadtbummel in Mannheim geplant und Sonntag möchte ich die Rettungsflugwacht in MA besuchen !

 

 

Wir bauen uns ein Mediencafė

Heidelberg besteht ja nicht nur aus pittoresker Altstadt und Villenviertel mit Schloßblick. Nein es gibt auch aufstrebende Neuviertel auf ehemaligen Bahngelände oder Fabrikarealen.
Und es gibt Stadtteile, über die die Stadt überhaupt nicht erfreut ist, sogenannte Soziale Brennpunkte. Einer davon liegt ganz im Süden der Stadt oben auf dem Berg. Mit Blick über die Rheinebene eigentlich eine Traumlage, gäbe es da nicht die Bauweise: Massierte  Hochhaussiedlung mit Großwohnanlagen in farbenfrohem Eternit Braun und Dunkelgrün.
Zwar als wissenschaftliches Modell in den siebziger Jahren u.a. vom Soziologen Alexander Mitscherlich erschaffen, aber nicht konsequent zu Ende durchgeführt und dementsprechend gescheitert.
Nun 40 Jahre später besinnt sich die Stadt auf ihr Stiefkind am Rande und pumpt eine ganze Menge Geld und Manpower in den Emmertsgrund.
Marode Plätze und Foren werden saniert, der Bürgersaal erstrahlt seit Oktober in frischem Glanz und das zugehörige Bürgerhaus soll ab Januar wieder ein Mediencafé beherbergen.
Hatte sich die Stadtbücherei doch heimlich still und leise vor über einem Jahr aus dem Stadtteil verabschiedet – erst wegen Renovierung geschlossen und dann über die Presse mitgeteilt, dass sich eine Zweigstelle dort nicht mehr lohnen würde. So hatte die Stabü plötzlich keine Zweigstellen und wir keine Bibliothek mehr. Ersatz bietet jetzt der Bücherbus, der 2 Mal pro Woche dort oben Station macht; einmal an der einen Ecke, das andere Mal 1,5 km entfernt an der anderen Ecke des Stadtteils.

Dass das kein Zustand ist, war dann doch irgendwie allen Beteiligten klar und nun wird in Trägerschaft des Quartiermanagements ein Mediencafé aufgebaut und betrieben. Als Projekt für 2 Jahre und dann muss das Kind von allein laufen können.
Yeah, und ich als Bibliotheksrabe bin beratend ehrenamtlich dabei. Wow, was für ein Gefühl, so eine kleine Bibliothek mit aus der Taufe zu heben und ein paar der eigenen Vorstellungen mit einzubringen.
Das Mediencafé beherbergt nicht nur Bücher etc. nein es ist räumlich kombiniert mit einem Café, das im offenen Raum etwa 2 Meter höher liegt und somit die Möglichkeit bietet, dass Mütter zusammen dort oben etwas trinken und ihre Kinder im tiefer gelegenen Mediencafé in den Büchern schmökern können, Spiele ausprobieren und ausleihen können etc. Oder sie lesen in den Büchern zu verschiedenen Schulprojekten und machen ihre Hausaufgaben; ältere können die 4 zur Verfügung stehenden Laptops zm Schreiben ihrer Bewerbung benutzen und sie gleich vor Ort ausdrucken….

Man kann aber auch ganz einfach die belebte Atmosphäre eines Cafés mit der täglichen Zeitungslektüre verbinden; das nahe gelegene Seniorenstift und die benachbarte Grundschule bieten spannende Schnittstellen;-))

Wir versuchen erst einmal mit Openbiblio unseren Bestand zu verwalten; das ganze ist ja nicht groß, zum Anfang ca. 1000 Medieneinheiten.

Aber um die Lesemöbel beneide ich das Mediencafé jetzt schon; sooo was hätte ich gerne auch bei uns… aber wir sind ja wissenschaftliche Bibliothek und keine Wohlfühloase: Bei uns wird gelernt und nicht rumgelungert…..;-)))

Inzwischen bildet sich auch eine Annäherung an die Sadtbücherei heraus; sah sie uns doch zuerst als laienhafte Konkurrenz scheint sie sich nun doch eines Besseren zu besinnen und bietet uns eine lockere Zusammenarbeit und Unterstützung a; die wir gerne annehmen; denn natürlich ist es immer besser, wenn man auf einen erfahrenen Partner zurückgreifen kann.

So, muss noch ein paar Titellisten checken und noch ein paar Fragen wegen WLAN in Bibliotheken, Konfiguration der Ausleih-Laptops etc. klären; an dieser Stelle immer mal wieder mehr, wie es mit der Erschaffung unseres Mediencafés weitergeht.

Freitagsfüller

1. Im Kino war ich schon seit Ewigkeiten nicht mehr.

2. Ein mir unbekannter Begriff: Wedges.

3. Den letzten Brief habe ich nie abgeschickt. Aus Gründen

4.  Dosen verstecken sich meist auf der Rückseite.

5. Kennt jemand die Bedeutung oder Herkunft des Namens „Obertacke“?

6. Ich muss heute noch Sprudel  einkaufen.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich, dass ich noch lebe , morgen habe ich nichts Besonderes geplant und Sonntag möchte ich meinen ersten Dienst beim IVV machen !

Viel Spaß beim Ausfüllen und euch allen ein schönes Wochenende !

Freitagsfüller

1. Mir gefällt die Aussicht auf einen baldigen Erholungsurlaub .

2.Hände weg vom Grill. Vorallem wenn Ihr gerade Benzin reingegossen habt!

3. Die Auswahl  von Aufgaben, die ich noch erledigen will, ist schier unerschöpflich.

4.Trotz alledem: Ich habe immer noch Schi…. vorm   Zahnarzt.

5. Die Sommerferien haben begonnen. Endlich ist die Stadt morgens leer .

6. Der Gedanke an die Zukunft macht mich freudig erwartungsvoll und neugierig.

7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf den Geocaching-Event „Der Berg ruft“ , morgen habe ich Shopping geplant und Sonntag möchte ich „Na Ihr müsst ja nicht alles wissen;-))“ !

Alle weiteren Freitags-Füller könnt ihr hier durchlesen und selbstverständlich könnt ihr auch noch bei älteren mitmachen.

Viel Spaß beim Ausfüllen und euch allen ein schönes Wochenende !