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Mobil an der Uni

So langsam wird es, dachte ich mir, als ich letztens mal wieder abends in der Altstadt unterwegs war, um einen Vortrag aus der Reihe „Sprache und Medizin“ in der Uni zu besuchen.
Parkhaus passte, es war sogar noch etwas Zeit, um in einem der zahlreichen Coffeeshops einen kleinen Zwischenstopp einzulegen.
Am Fenster sitzend beobachtete ich den an mir vorüberziehenden Strom der Touristen, viele nicht die Häuser, sondern das Display ihres Smartphones betrachtend; ob sie sich gerade mit der „Heidelberg-App“ nach dem nächsten Highlight ihres Aufenthaltes erkundigten?
Nun, ich wollte die Zeit bis zum Vortrag nutzen und mich noch kurz über das Thema informieren, also wählte ich mich in das WLAN des Coffeeshops ein um auf der Homepage der Vortragsreihe nochmal schnell zu schauen, wer der Vortragende ist.
Inzwischen bietet ja fast jeder Kaffeeanbieter auch Internet und so tippelte ich, genüsslich an meinem Kaffee nippend, ein bisschen auf meinem Smartphone herum. Rechts neben mir ein junger Student, der sich wohl zum Lernen hierher begeben hatte, denn vor ihm versammelten sich nicht nur ein UB-eigenes Lehrbuch, sondern auch ein Smartphone und ein IPad. Und ja doch, erstaunlicherweise schrieb er abwechselnd auch noch auf einem Notizblock seine Anmerkungen.
So geht das also heute, lässig im Kaffee sitzen, die Bücher auf dem IPad etc. lesen, nebenher Emails und Termine checken und ansonsten die stickigen Leseräume meiden.

Unsere Geräte erkannten sich zwar als anwesend, aber ach, bevor sie miteinander anbandeln konnten, erinnerte mich ein sonores Vibrieren an meinen Vortrag, der in einer Viertelstunde beginnen sollte.

Nachdem ich kurz über den kommenden Vortrag im Abstract gelesen hatte, suchte ich noch schnell nach Infos über den Vortragenden, verirrte mich auf den nicht für mobile Geräte optimierten Seiten des Institutes und wurde durch zartes Klingeln an den Beginn des Vortrages erinnert. Ich habe es mir nämlich zur Angewohnheit gemacht, die zweite, meist sehr zeitnahe Erinnerung durch ein auffälligeres Klingeln zu kennzeichnen.

Im Hörsaal war es leidlich voll, der Vortrag war sehr wissenschaftlich und manchmal auch nicht für Laien verständlich. Da half es, dass im Hörsaal das universitäre WLAN verfügbar war, so konnte ich heimlich die unbekannten Termini googeln
recherchieren.
Da das Smartphone parallel der Vortrag aufnahm, konnte ich sicher sein, die inhaltlich unverständlichen Passagen danach noch einmal in Ruhe nachhören zu können. Schade, dass die Qualität nicht berauschend sein würde, aber dafür müsste dann schon ein Sitzplatz in der ersten Reihe her.
Oder ob der Veranstalter vielleicht den Vortrag aufnimmt? Ein kurzer Check auf der Homepage und tatsächlich, die vorangegangenen Vorträge existieren als Podcast!
Ah, jetzt wird es interessant, es wird über Literatur zum Vortrag gesprochen. Ein kurzer Ausflug auf die Seiten des Mobilangebots der Bibliothek, jawoll, das eine Buch ist sogar elektronisch vorhanden! Schnell mal ins Inhaltsverzeichnis geklickt… Mmhh, Kapitel drei liest sich interessant, gleich mal runterladen.

Glücklich und zufrieden fuhr ich nach Hause, loggte mich in mein heimisches WLAN ein, schickte das heruntergeladene Kapitel an meinen Drucker und anschliessend an mein Laptop.

Das, was uns in Fachkreisen als Zukunftsmusik dargestellt wird, ist längst Realität geworden.
Und je mehr wir Fachleute die mobilen Geräte selbst nutzen, desto leichter können wir uns in unsere Studenten hinein versetzen und noch adäquatere Dienstleistungen anbieten.
Schulungen auf Smartphones zum Beispiel;-))

Bibliothekshomepages unter der Palm(e)

Nachdem vor zwei Tagen eine Pre Palm(e) den Weg in den heimischen Garten der technischen sinnvollen und weniger sinnvollen Geräte gefunden hat; wurde nach einer kleinen Eingewöhnungsphase die Palme an die WLAN-Leine genommen und zum allerersten Mal auf die universitären Gefilde geführt.

Im Klartext: ich hab das Palm Pre mal mit in die Universität genommen und versucht, die diversen Homepages, Opacs und sonstigen elektronischen Dienste auf dem Mobilphone anzuzeigen und auszuprobieren.

Zuerst die Frage nach dem Zugang. Es ist zwar immer ein Verbindung über den Mobilbetreiber vorhanden, aber in unserem 70er Jahre Betonbunker ist die Verbindung meist immer nur 2 von 5 möglichen Balken stark. Ausserdem treibt die mögliche Recherche etc. eventuell die Flatrate in ruinöse Höhen. Deshalb wollte ich das WLAN anzapfen, was beim Pre Palm parallel möglich ist. Leider musste ich feststellen, dass zwar eine Verbindung hergestellt werden kann; will heissen, das Netzwerk wird erkannt, für die Nutzung aber wird ein VPN-Client benötigt; für Laptops kein Problem, für Mobilphones jedoch schon, gibt es doch leider (noch) keine kostenfreie Version eines VPN-Clients.
Also dann doch eben über den Mobilbetreiber, sind die Ladezeiten eben etwas höher.

Startseite UB Heidelberg im Palm Pre

Startseite UB Heidelberg im Pal Pre

Als erstes die Homepage der Universitätsbibliothek.

Erstaunlicherweise – denn mit meinem Window Pocket PC hatte ich da schon schlechte Erfahrungen gemacht – erscheint die Originalseite, die zugegebenermassen etwa klein geschrieben erscheint, aber durch Kippen des Plams kann man vom Hochformat ins Querformat wechseln, was schon einmal eine bessere Lesbarkeit bringt.
Durch das einfache Vergrößern der Ansicht beim Palm kann man die relevanten Bereiche leicht in lesbares Format bringen.
Die Menues funktionieren einwandfrei, das ursprüngliche Corporate Design bleibt erhalten.

Nächster Schritt: eine Recherche im Opac HEIDI!

Hier die Ansichten einer Recherche im Opac HEIDI; da man beim Palm die Homepageanzeige problemlos durch eine Spreizgeste vergrößern kann, ist die Eingabe in die Suchmaske kein Problem, an die etwas klein geratene Tastatur gewöhnt man sich recht schnell.

HEIDI Recherche mit Palm Eingangsdialog …  Popup zur ZweigstellenauswahlSuchmaske HEIDIbrowser_2009-05-11_215605Ansicht im Querformat

Ich war also wirklich erstaunt, dass die Bildschirmanzeige so gut lesbar war, die Menues werden original wiedergegeben, auch die Navigation auf der Seite funktionierte problemlos, der Bestellvorgang, das Einloggen etc. funktioniert wie auf dem PC.

Pubmed unter der Palme
Nun mal ein Test bei einer Datenbank, hier nehme ich mir mal Pubmed vor; es gibt nämlich einen mobilen Sucheinstieg für Pocket PCs; ob die Datenbank erkennt, dass ich 1. mit einem Mobilphone komme und 2. wie mache ich de Datenbank klar, dass ich vom Campus auf sie zugreife, wenn ich das WLAN nicht nutzen kann.

browser_2009-05-11_230004So, das Aufrufen über die Homepage der Datenbanken der UB ging problemlos, die Startseite von Pubmed ist die, die ich auch am PC bekomme; immerhin wird mir am oberen Bildschirmrand mitgeteilt, dass meine Browserversion eventuell nicht gut mit  „NCBI’s Web Applications“ arbeiten wird können. Lassen wir es auf einen Versuch ankommen.

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Die advanced search bietet alle Funktionalitäten, durch die Komplexität der Seite sollte man isch jedoch schon mit den Möglichkeiten der Suche vertraut gemacht haben, auf dem kleinen Bildschirm ist das Erlernen dann doch etwas mühsam.

Die Anzeige von einem frei im Netz verfügbaren Artikel funktioniert sehr gut, die html-Ansicht klappte gut, die PDF-Ansicht hat bei meinen Versuch nicht funktioniert, weil der Palm kein Programm erkannte, das die PDF-Datei hätte öffVolltext frei im Netznen können, obwohl ein PDF-Reader von Hause an Board ist. Aber das mag vielleicht auch an meiner Unwissenheit liegen, so lange habe ich das Gerät ja noch nicht. ;-))

Linkresolver UB

Dann probierte ich den Linkresolver zur Universitätsbibliothek, durch den man auf den lizensierten Volltext kommen kann.

Nach Abfrage der Benutzernummer und Passwort klappte auch die Anzeige des Artikels ohne Probleme. Hier war die Authentifizierung allein durch meine Benutzernummer gegeben, mal lizensierter Volltextsehen, ob ich auch noch eine Zeitschrift finde, die den Zugriff auf den Campus beschränkt.

Aber das kommt in einem späteren Bericht.

Vorläufiges Fazit: Es funktioniert erstaunlich gut, an das Vergrössern, ohne das man die Seiten nicht lesen kann und die etwas unbequeme Eingabe durch die kleine Tastatur gewöhnt man sich schnell.